Mammillaria

Über diese Kakteengattung könnte man eine eigenständige Homepage erstellen. Mit etwa 150 bis 200 Arten gehört dies Gattung neben den Opuntien zu den artenreichsten. Alle Mammillarien haben eines gemeinsam. Sie haben Warzen und die Blüten erscheinen in den Areolen bzw. zwischen den Vorjahreswarzen. Oft erstrahlen die Blüten als Blütenkranz.

Und das erfreuliche ist, daß viele dieser Gattung eher zu den pflegeleichten Kakteen gehören. Für die meisten Arten ist eine mineralische, durchlässige und nahrhafte Erde gut. Die grünen Arten wollen auch warm aber meist schattiert stehen. Wohingegen die vielen weißen Arten direktes Sonnelicht wünschen. Im Winter stellt man sie kühl und trocken. Einige Arten sind die einzigen Kakteen die einen Milchsaft haben. Sonst findet man dies eher bei Wolfsmilchgewächsen.

Mammillaria zeilmannian
Mammillaria zeilmanniana

Bei dieser Vielfalt ist es unmöglich auf dieser Hobbyseite einen umfassenden Überblick zu vermitteln. Deswegen werde ich die Arten aufführen bei denen in Kultur auf dem Balkon oder Frühbeekasten praktische Erfahrungswerte habe. Und die meisten davon sind auch für Einsteiger geeignet.

Mammillaria bocasana

Kugelig und gruppenbildend ohne Milchsaft. Die Blüten werden gelblich weiß und erstrahlen in hellen Blütenkränzen. Auf dem Foto sieht man sehr gut wie die Knospen und Blüten in den Areolen des Vorjahres erscheinen. Aber auch ohne Blüten ist diese Art dank der optisch schönen weißen Haaren die eigentlich 25 bis 30 Randdornen sind, sehr hübsch!

Diese Art ist sehr verbreitet und eignet sich auch hervorragend für Einsteiger. Heimat San Luis Potosi in Mexiko. Für eine erfolgreiche Blüte ist ein kühler und trockener Winterstandort notwendig.

Mammillaria bombycina

Ein schöner Kaktus auch wenn er gerade nicht blühen sollte. Im weißen Wollkleid mit den optisch kontrastierenden roten Hakendornen ist er immer ein optischer Blickfang. Und wenn die violetten Blüten im Frühsommer erscheinen sowieso.

Einzelne oder sprossende Pflanzen. Mit dem Alter bilden sich recht große Polster. Für einen guten Blütenansatz ist ein recht heller und kühler Winterstandort notwendig. Das Substrat sollte auf jeden Fall durchlässig und mit Humusanteilen sein. Heimat ist San Luis Potosi und Coahuila in Mexiko.

Mammillaria crinita

Gem. der jüngsten Nomenklatur (= Namensgebung) nach Edward F. Anderson gehören hier inzwischen einige ursprünglich eigenständige Arten dazu. Deswegen habe ich hier teilweise die ursprünglichen Namen belassen, da man sie meist auch unter diesen noch im Fachhandel findet.
Die meisten dieser Art sind hervorragende Anfängerpflanzen die bei kühlem Winterstand zuverlässig blühen.

Mammillaria duwei

Eine kleine Art die kugelig einzeln, manchmal sprossend wächst. Wegen der Rübenwurzel sollte das Substrat auf jeden Fall durchlässig sein und eher vorsichtig als üppig gegossen werden. Die Randdornen sind haarartig weiß gefiedert. Die Art gibt es mit und ohne Mitteldorn. Die Blüten sind hellgelb und werden etwa 2 cm lang.

Normalerweise neigt die Art kaum zum sprossen. Ich hatte aber offenbar ein Exemplar im Kakteenfachhandel erworben das sich nicht um Fachbücher gekümmert hat und munter gesprosst hat. Bei kühlem trockenen Winterstandort erschienen im Sommer immer die netten kleinen Blüten. Heimat Guanajuto in Mexiko.

Mammillaria zeilmanniana

Diese Art wird auch Muttertagskaktus genannt, da er im Blumenhandel zu Muttertag in großer Stückzahl angeboten wird. Die Art wächst einzeln als auch sprossend und ist ohne Milchsaft. Eine für Kakteeneinsteiger empfehlenswerte Kakteenart. Kühler Winterstandort und warmer, etwas schattierter Sommerplatz sorgen für die schönen violetten Blüten.

Das fotografierte Exemplar wurde in jungen Jahren bei einem Gartenaufenthalt im Sommer von Schnecken angefressen. Offenbar schmeckt die Kakteenart den Schnecken? Eine riesige Bisswunde ging genau in der Mitte durch den Kaktus. Ich wollte ihn schon entsorgen, zum Glück habe ich mir es doch noch anders überlegt. Die Wunde ist nach einem Jahr wieder zugewachsen. Im Gegenteil, danach sah er sogar besser aus, da er sich geteilt bzw. in mehrere Sprosse aufgeteilt hat. Nach ein paar Jahren sah er dann wie auf dem Foto aus und bringt jedes Jahr seine Blütenpracht hervor.

Mammillaria hahniana ssp. woodsii

Eine schöne weiße Mammillarie mit Milchsaft. Die Warzen sind etwas kantig geformt. Die Axillen sind dicht weißwollig mit etwa 2 bis 3 cm langen Borsten. Die 25 bis 30 Randdornen sind wie Haare und in weißer Farbe. Die dunkelrosa Blüten haben einen etwas dunkleren Mittelstreifen und werden etwas über 1 cm lang und etwa 1,5 cm breit. Heimat Guanajuato in Mexiko.

Eine gut wachsende Art, die aber für eine erfolgreiche Blüte bereits im frühen Sommer Sonne und warme Temperaturen benötigt. Frühbeetkasten oder Gewächshaus ist hierzu schon nötig, außer man erfreut sich einfach nur an dem schönen weißen Wollkleid.

Mammillaria humboldtii

Normalerweise einzeln, nur gelegentlich sprossend. Kugelig bis leicht säulig und ohne Milchsaft. Die Mitteldornen fehlen, dafür sind die Randdornen bis zu 80 und blendend weiß. Die karminfarbenen Blüten werden etwa 1,5 cm breit. Heimat Hidalgo in Mexiko.

Für den Einsteiger ist die Art etwas schwieriger. Die Erde sollte überwiegend mineralisch und durchlässig sein. Mir gelang es ohne Frühbeetkasten oder Gewächshaus leider nicht mehr den Kaktus regelmäßig zum blühen zu bringen. Im Sommer sollte er sehr sonnig und warm gestellt werden. Für den Einstieg nur bei Kultur unter Glas im Gewächshaus oder Frühbeetkasten zu empfehlen, da fast nur unter solcher Kultur zuverlässig mit Blüten zu rechnen ist.

Mammillaria longiflora

Einzelne Pflanze, welche manchmal sprosst. Die Körperform ist kugelig und ohne Milchsaft. Die Art hat 4 Mitteldornen, einer davon ist hakig. Die 25 Randdornen sind weiß. Die Blüten sind rosa mit einem dunklerem Mittelstreifen und werden etwa 5 cm lang.

Die Art ist bei Kakteenfreunden auf Grund ihrer relativ großen Blüte sehr beliebt. In Kultur allerdings keine Anfängerpflanze. Da sie empfindlich bei Staunässe ist, sollte das Substrat durchlässig sein und eher vorsichtig als ausgiebig gegossen werden.

Mammillaria longimamma

Die ehemalige Kakteengattung Dolichothele wurde inzwischen Mammillaria zugeordnet. Die Kakteen wachsen einzeln als auch sprossend und sind ohne Milchsaft. Die Warzen sind bis zu 7 cm und damit sehr lang. Die hellgelben Blüten erreichen eine Länge von 6 cm und werden etwa 6 cm breit. Heimat Hidalgo Mexiko.

Ein für Einsteiger gut geegneter Kaktus der gerne blüht. Falls der Winterstandort nicht so sonnig war, sollte man ihn im Frühjahr langsam an die Sonne gewöhnen, da er sonst leicht einen Sonnenbrand bekommen kann.

Mammillaria prolifera

Dieser kugelige bis ovale Kaktus sprosst stark und ist ohne Milchsaft. Die Blüten sind gelb mit rötlichen oder bräunlichen Mittelstreifen und etwa 1,5 cm lang. Heimat Texas in den USA und Küsten von Westindien und Kuba. Ein für Einsteiger sehr dankbarer Kaktus. Ich habe ein Exemplar seit über 7 Jahren das ganze Jahr an einem Ostfenster stehen.

Im Winter wird einmal im Monat gegossen. Im Sommer einmal die Woche. Das Ergebnis sind fast das ganze Jahr Blüten und oder die roten langen Früchte. Allerdings würde ein kühlerer Winterstandort wesentlich mehr Blüten hervorbringen. Wer aber keinen Garten, keine Terrasse oder keinen Balkon hat, wird mit diesem Kaktus als Zimmerpflanze an einem Ost- oder Westfenster sicherlich ebenfalls Freude haben.

Mammillaria prolifera
Mammillaria prolifera

Mammillaria schiedeana

Der Kaktus wächst einzeln als auch sprossend und kugelig. Er ist ohne Milchsaft. Die 70 bis 120 Randdornen sind fein goldgelb bis weißlich behaart. Einen Mitteldorn gibt es nicht. Die Blüten sind gelblichweiß und etwa 2 cm lang. Seine Heimat ist in Hidalgo Mexiko. Nicht unbedingt für den Anfänger geeignet. Da er sehr näßempfindlich ist, sollte man ihn eher vorsichtig als ausgiebig gießen. Die Blüten erscheinen erst im Herbst, manchmal sogar Spätherbst. Wegen seiner goldfarbenen Bedornung wird der Kaktus auch Gold-Mammillarie genannt.

Eine erfolgreiche Kultur mit Blüten ist fast nur unter Glas möglich. Also im Gewächshaus oder im Frühbeetkasten. In Freilandkultur blühte diese Art bei mir nie, da es im Spätsommer/Herbst bereits zu kühl ist um die Blüten auszubilden. Erst in einem Frühbeetkasten gelang die erste Blütenpracht.

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