Das richtige Substrat für Kakteen

Welche Erde ist für Kakteen die Beste?

Kakteenpflege - Das richtige Substrat für Kakteen

Als ich mit meiner kleinen Kakteensammlung begann, besuchte ich einen regionellen Verein. Erstaunlich war für mich die Erkenntnis das fast jeder Kakteenliebhaber oder Sammler sein eigenes Geheimrezept für die passende Erdmischung hatte!

Wenn man sich mal kund macht auf welchen Böden die Kakteen in ihrer Heimat wachsen, erklärt dies vieles. Meist ist es ein humusarmer oder humusfreier, mineralischer Verwitterungsboden. Dies erklärt auch warum viele Kakteen in recht unterschiedlichen Substraten mehr oder weniger gut zu recht kommen.

Da wir aber unsere Kakteen auch beim Substrat optimal versorgen möchten, machen wir es uns auch hier nicht so einfach. Zu Beginn erst mal eine kleine Auflistung welche Erde für Kakteen weniger geeignet ist.

  • Blumenerde = zuviel Humus = zu mastiges Wachstumg und evtl. Fäulnis.
  • Erde mit zu hohem pH-Wert = ein pH-Wert über 7 tötet die meisten Kakteen! Folge = Chlorose.
  • kein Bausand = zu kalkhaltig - Folge = Chlorose.

Optimale Kakteenerde sollte nicht zu lange feucht bleiben damit keine Fäulnis ensteht. Das Substrat sollte durchlässig bleiben und möglichst nicht verdichten. Optimal ist ein Substrat welches die Nährstoffe vom Gießwasser aufnimmt und langsam wieder an die Kakteenwurzeln abgibt. Je nach heimatlichen Standort ist eine Mischung aus humushaltiger Erde und mineralischen Bestandteilen ein sehr gutes Kakteensubstrat. Welche Inhaltsstoffe und in welchem Verhältnis wird nach Anforderung variiert.

Mein Favorit für ein optimales Kakteensubstrat:

25-75% Kakteenerde aus dem Kakteenfachhandel (Uhlig-Kakteen) und der Rest wird je nach Kakteenart mit mineralischen Substrat wie Bimskies oder Lavalit oder humusarmer Erde ergänzt. Wichtig ist dabei das man in der Wachstumsphase auch alle 2-4 Wochen die Pflanzen mit Kakteendünger versorgt. Hier ist der Anteil an Bimskies wichtig, da dieser die Nährstoffe aufnimmt und langsam an die Pflanze abgeben kann! Durch den hohen mineralischen Anteil trocknet das Substrat auch zügig ab und es besteht keine Fäulnisgefahr für den Kaktus.

Im Prinzip kann man dieses Grundprinzip mit vielen Ersatzsubstraten variieren. Die Kakteenerde aus dem Fachhandel kann gegen Blumenerde oder TKS1 (Torfkultursubstrat) oder Pikiererde ausgetauscht werden. Besonders TKS1 oder Pikiererde sind hier geeignet, da diese einen geringeren Humusanteil wie herkömmliche Blumenerde haben. Statt Bimskies und Lavalit kann man auch Aquarienkies, Gesteinsverwitterungen wie Basalt, Gneis, Granit, Schiefer oder Ziegelsplitt verwenden. Wichtig ist im Prinzip ein gewisser Humusanteil und ein gewisser mineralischer Anteil wie er in etwa in der Heimat der zu pflegenden Kakteen vorkommt.

Was für die meisten Kakteen gilt, ist allerdings für die meisten epiphytischen Kakteen falsch. Fast alle Tropenwaldkakteen benötigen eine andere Erde. Hier hat sich hervorragend Rhododendronerde bewährt. Der saure pH-Wert ist sehr Wachstums und Blütenfördernd bei Oster- und Weihnachstskakteen!

Woher bekommt man die passenden Substratanteile? Im Kakteenfachhandel. TKS1 oder Pikiererde gibt es in Gartencentern und Baumärkten. Mineralische Substrate sind in Gartencentern und Baumärkten oft schlecht oder in zu grober Ausführung oder nur in 30 KG Packungen erhätlich. Alternativ findet man diese aber auch im guten Aquarienfachhandel.

Vor dem Einsatz der ersten Substratmischung sollte man den pH-Wert prüfen. Liegt dieser über 7 würde man die meisten Kakteen recht schnell ins Jenseits befördern. Dafür gibt es elektronische Messgeräte oder einen chemischen Indikatortest. Bezugsquellen sind hier der Gartenhandel oder Garten- und Baumärkte. Ist der pH-Wert zu hoch hilft hier meist das hinzufügen von Torfmull, welches den pH-Wert reduziert.

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