Krankheiten und Schädlinge

sBei einer artgerechten Pflege von Kakteen und Sukkulenten dürfte man kaum mit Krankheiten und Schädlingen zu tun haben. Ein sommerlicher Aufenthalt im Freien oder Gewächshaus härtet die meisten Kakteen entsprechend ab. Das UV-Licht der Sonne, der Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht, die richtige Düngung und Erde und bei manchen Arten hin und wieder ein Regenschauer sorgen für gesunde Kakteen.

Auch hier ist Vorbeugen besser als nach Erkrankung oder Befall zu bekämpfen oder behandeln. Vorbeugen kann man meist relativ einfach, in dem man durch entsprechende Kulturmaßnahmen die natürlichen Abwehrkräfte einer Pflanze fördert.

Vorbeugen ist besser als Bekämpfen

Erst einmal ein paar Hinweise, wie man am besten Vorbeugen kann.

Was ist bei neuen Kakteen zu beachten?

Ursache:
Schadinsekten oder Pilze bei neuen Kakteen und Sukkulenten.

Auswirkung:
Übertragung auf andere Pflanzen einer Sammlung möglich.

Verhindern oder Bekämpfen:
Damit man nicht durch neue Pflanzen Schädlinge oder Pilze in eine Kakteensammlung einschleppt, ist es sehr wichtig, das neue Pflanzen erst einmal getrennt gestellt werden.

Zuerst werden diese in neues und frisches Substrat getopft. Dabei kann man schon einmal feststellen ob die Wurzeln gesund sind. Nach dem umtopfen werden die Pflanzen für ein paar Wochen warm mit Schutz vor direkter Sonne aufgestellt. Dabei beobachtet man die Neuerwerbung genau. Im Zweifelsfall bringt das Absuchen mit einer Lupe genaue Erkenntnis ob eine neue Pflanze wirklich frei von Schadinsekten oder schädlichen Pilzen ist. Zeigen sich nach mehreren Wochen keine Schadinsekten oder Schadpilze, können die neuen Kakteen zu den anderen gestellt werden.

Stellt man Schadinsekten oder Pilzbefall fest wird der betroffene Kaktus entsprechend behandelt bzw. vernichtet. So kann man zumindest eine Ausbreitung in der bestehenden Sammlung vorbeugen.

Was tun wenn Pflanzen dennoch befallen sind?

Bei einer artgerechten Pflege von Kakteen und Sukkulenten wird man selten mit Krankheiten und Schädlingen zu tun haben. Schnell umsetzbare Pflegetipps für die meisten Kakteen:

  • Im Sommer warm und sonnig stellen (grüne Kakteen mittags schattieren)
  • Einen kurzen Sommerregen verkraften die meisten Kakteen. Allerdings sollten die meisten Arten Schutz vor Dauerregen haben.
  • Ein durchläßiges Substrat verwenden, je nach Kakteenart mit etwas Humusanteil.
  • In der Wachstumszeit einmal im Monat mit speziellen Kakteendünger düngen (bis max. August-September)
  • Düngung mit reichlich Kalium und wenig Stickstoff (Kakteendünger)
  • Bis zum nächsten Gießen sollte die Erde richtig durchgetrocknet sein
  • Im Herbst Kakteen an einem regengeschützten Platz in die Sonne stellen. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht härtet ab und fördert bei den meisten Arten eine kräftige Bedornung.
  • Im Winter nicht düngen und trocken und kühl halten (November bis März)
  • Am Winterstandort vor Zugluft schützen (= erhöhte Gefahr von Schädlingsbefall)
  • Im Frühjahr Vorsicht bei den ersten Sonnenstrahlen! Vor direkter Sonne sollte in den ersten Sonnentagen wegen Sonnenbrand schattiert werden!
  • Im Frühjahr nicht zu kräftig gießen. Bei manchen Arten (Lobivia, Echinopsis, Rebutia) warten bis die Blütenknospen reichlich entwickelt sind. Wird zu früh und zu viel gegossen erfolgt ein zu schnelles Wachstum und Blütenknospen können sitzen bleiben und blühen nicht. Manche Arten können sogar platzen, da sie die hohe Wassermenge nicht komplett aufnehmen können! Im Zweifelsfall kann auch in den ersten Tagen mit Wasser fein gesprüht werden. Einige Kakteen haben die Fähigkeit die erhöhte Luftfeuchtigkeit bzw. Wassernebel über Ihre Dornen aufzunehmen und bei den meisten Arten wird durch sprühen die Bildung von neuen Wurzeln angeregt, welche für die Nährstoff- und Wasseraufnahme wichtig sind.

Trotz penibler Achtsamkeit kann es doch passieren das der ein oder andere Fehler, Schädling oder Parasit sich in einer Kakteensammlung eingeschlichen hat. Wie man darauf reagieren kann wird in den folgenden Punkten erklärt.

Nicht parasitäre Schädigungen

Vergeilen

Ursache:
wenig Licht, viel Feuchtigkeit und Wärme

Auswirkung:
vergeilter Wuchs (dünner werdende Pflanzenteile wachsen zum Licht)

Verhindern oder Bekämpfen:
Mehr Licht und evtl. weniger gießen.

Kaktus ist geplatzt

Ursache:
Zuviel Wasser und die Verwendung von herkömmlichen Blumendünger.

Auswirkung:
Kaktus oder Sukkulente kann am Pflanzenkörper aufplatzen.

geplatzter Kaktus
geplatzter Kaktus

Verhindern oder Bekämpfen:
Herkömmlicher Blumendünger beinhaltet für das Pflanzenwachstum einen hohen Anteil an Stickstoff. Für normale Pflanzen genau richtig. Werden Kakteen damit gedüngt, wachsen sie zu schnell. Im schlimmsten Fall kann dabei der Pflanzenkörper platzen bzw. einreißen. Die Pflanzenzellen können nicht so schnell wachsen wie der Kaktus.

Für die meisten Kakteenarten ist normaler Blumendünger auf Grund es hohen Stickstoffanteiles ungeeignet. Artgerechtes Gießen und der angepasster Kakteendünger verwenden. Je nach Kakteenart kann man alle 2-4 Wochen in der Wachstumszeit düngen. Zwischen den Wassergaben sollte die Erde komplett abgetrocknet sein.
Sollte mal eine Pflanze geplatzt sein, kann man die Stelle mit Kohlepulver oder Zimtpulver behandeln. Beides hat antiseptische Wirkung und vermeidet das Eindringen von Schadpilzen oder Viren.

Weiße bis gelbe, später braune Färbung

Ursache:
Sonnenbrand

Auswirkung:
Je nach Größe der Flecken kann es Jahre dauern bis diese verwachsen sind. Wenn die Verbrennungen nicht über zu große Flächen sind, hat es nur optisch unschöne Auswirkungen. Bei Großflächigen Verbrennungen ist aber auch der Verlust einer Pflanze möglich.

Verhindern oder Bekämpfen:
Vor allem im Frühjahr nach dem herausräumen in die Sommerfrische nicht zu schnell direkter Sonne aussetzen bzw. in den ersten Wochen bei direkter Sonne schattieren und für gute Luftzirkulation sorgen.

Sonnenbrand am Kaktus
Sonnenbrand am Kaktus

Bitte auch beachten das nicht alle Kakteen 12 Stunden volle Sonne lieben! Einige der grünen Arten mögen es zwar warm, wünschen aber lieber einen halbschattigen Platz. Dies sind Arten die in ihrer Heimat oft im Gras, unter Sträuchern, Büschen, Bäumen oder an Felsen vorkommen. Etwas Sonne mögen diese, aber bei zuviel kann die Folge Sonnenbrand sein.

Bei Pflanzen die ohne Regenschutz der direkter Sonne ausgesetzt sind, wirken die Regentropfen nach einem Regen manchmal wie ein Brennglas und können auch die Pflanze bzw. Pflanzenteile verbrennen! Abhilfe vor solchen Verbrennung bringt ein vor Regen geschützter Platz.

Rötliche Färbung

Ursache:
Bei manchen Arten ein Schutz vor zuviel Sonne. Bei einigen Arten auch zuviel Sonne und ungenügende Wassermengen.
Eine andere Ursache bei sehr wärmeliebenden Kakteen ist ein zu kühler Standort. Manche Arten bilden in der kühlen Jahreszeit auch eine rote Färbung, welche wie ein Frostschutzmittel die Pflanze schützt. z. Bsp: Echinopsis chamaecereus.

Auswirkung:
Bei zeitigem Entgegenwirken meist nur vorübergehend.

Verhindern oder Bekämpfen:
Im ersten Fall bringt das Prüfen der Wurzeln und ein schattiger Platz meist Abhilfe.

Im zweiten Fall verschwindet die rötliche Färbung so bald die Temperaturen wieder wärmere Werte erreicht haben. Bei kühlen Wetterphasen einfach wärmer stellen.

Gelbe Färbung

Ursache:
Nahrungsmangel, meist Eisenmangel oder eine Anreicherung anderer Mineralien besonders an der porösen Innenwand von Tontöpfen oder bei manchen Arten zu hoher pH-Wert des Substrates.

Es gibt auch chlorophyllose Kakteen, welche statt einem grünen Pflanzenkörper einen gelben oder roten haben. Diese Mutationen sind aber nicht auf eigenen Wurzeln überlebensfähig und können nur gepfropft überleben. Bei solchen Pflanzen handelt es sich also um eine natürliche Färbung.

Auswirkung:
gelbe Färbung am Pflanzenköper und Wachstums- und Blütenbremse.

Verhindern oder Bekämpfen:
In frische Erde umpflanzen und ausgewogen düngen.

Verkorkungen

Ursache:
unregelmäßiges gießen mit zu kaltem Wasser, zu hohe Luftfeuchtigkeit und eine unausgewogene Düngung.

Auswirkung:
unschöne bräunlich bis graue Flecken, meist am Fußansatz einer Pflanze beginnend

Verhindern oder Bekämpfen:
regelmäßiges gießen mit temperierten Wasser und ausgewogene Düngung.
Bei manchen Kakteen ist eine Verkorkung eine normale Alterserscheinung und kann nicht verhindert werden.

Abfallen oder steckenbleiben von Knospen

Ursache:
Nach Knospenansatz wurde die Pflanze in ihrer Richtung zum Licht gedreht. Oder Licht, Wärme oder Feuchtigkeit sind nicht ausreichend zur Ausbildung der Knospen.

Auswirkung:
Knospenabfall oder steckenbleiben von Knospen

Verhindern oder Bekämpfen:
Markierung am Topf wo die Lichtrichtung ist. Bei manchen Kakteenarten werden viele Knospen gebildet, wovon aber nicht alle zu einer Blüte werden. Bei diesen Arten ist es meist normal das einzelne Knospen stecken bleiben oder sich evtl. zum Kindel bilden.

Viruskrankheiten

Mosaikartige, gelblich bis weiße Flecken oder Streifen

Ursache:
Übertragung durch Insekten oder unsauberes nicht desinfiziertes Schnittwerkzeug.

Auswirkung:
Wachstumshemmend

Verhindern oder Bekämpfen:
zur Vermeidung einer Ausbreitung hilft nur die Vernichtung einer befallenen Pflanze. Schnittwerkzeug vorher mit reinem Alkohol desinfizieren. Eine befallen Pflanze im Hausmüll entsorgen. Auf keinen Fall auf den Kompost oder Biomüll entsorgten, da die Viren auch auf andere Pflanzen übertragen werden könnten.

Hinweis:
Viruserkrankungen sind bei Kakteen zum Glück relativ selten.

Pilzkrankheiten

Fusarium Fäule

Ursache:
Pilzsporen im Substrat oder Übertragung vom Substrat einer neuen Pflanze.

Auswirkung:
Trotz gießen zeigt die Pflanze Symptome wie wenn sie kein Wasser und keine Nährstoffe bekommt.

Verhindern oder Bekämpfen:
Fusarium ist ein Pilz der Feuchtigkeit benötigt. Bei normaler Haltung dürfte er bei den meisten Kakteen nicht auftreten. Anders sieht es da bei den Urwaldkakteen wie Weihnachts- und Osterkaktus aus. Der Pilz kann kann sich bereits im Substrat befinden. Über Schadstellen setzt sich der rosa bis rotfarbene Pilz in den Leitbündel einer Pflanze fest und unterbindet so eine Wasser- und Nährstoffzufuhr.

Um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen sollte man die Pflanze mit Topf und Substrat komplett vernichten. Auf keinen Fall auf den Kompost, da darüber eine weitere Ausbreitung die mögliche Folge wäre.
Bei erstem Verdacht kann vielleicht noch ein einspritzen mit Fungiziden helfen.

Am besten ist Vorbeugen. Das Substrat vor der Verwendung dämpfen, in den Backofen oder in die Mikrowelle. So werden alle evtl. beinhalteten Pilzsporen abgetötet.

Wurzelfäule bei Kakteen

Ursache:
Sind Schadpilze wie Phytophthora oder Botrytis, welche über verletzte Wurzeln oder den Wurzelhals eindringen.

Auswirkung:
Die Wurzeln verfaulen, im fortgeschrittenen Stadium verfault bereits der Stammansatz.

Verhindern oder Bekämpfen:
Hier hilft nur noch ein radikaler Schnitt mit einem mit Alkohol desinfiziertem Messer über der Schadstelle. Die Schadstelle wird mit dem Substrat und dem Topf entsorgt. Auf keinen Fall im Kompost, da so eine Ausbreitung des Schadpilzes möglich wäre! Die Schnittstelle des noch gesunden Pflanzenoberteiles wird mit Holzkohle desinfiziert. Der Kopfsteckling wird aufrecht bei Zimmertemperatur aufgestellt. Nach 1-3 Monaten haben sich die ersten neuen Wurzeln gebildet. Nun kann der Kaktus wieder in frisches Substrat eingetopft und gegossen werden.

Stammfäule bei Kakteen

Ursache:
Feuchtwarme Kultur und humushaltiges Substrat

Auswirkung:
Falls Sporen vom Algenpilz der Gattung Helminthosporium im Substrat sind, kann ein Kaktus an verletzten Stellen davon befallen werden. Die Pilze dringen in das Innere der Pflanze und verursachen die Stammfäule am Stammgrund. Es entstehen glasige Faulstellen, welche sich ausweiten. Später bildet sich ein samitg schwarzer Belag.

Verhindern oder Bekämpfen:
Bei Befall hilft nur der radikale Schnitt über der befallenen Stelle. Unbedingt das Schnittwerkzeug vorher mit Alkohol desinfizieren. Das Kopfstück stell man 1-3 Monate aufrecht an einem warmen vor Sonne geschützten Ort bis sich neue Wurzeln bilden. Danach wird der Kaktus wieder in frisches Substrat eingetopft.
Um Desinfektionen vorzubeugen kann man die Schnittstelle mit Holzkohle bestäuben. Die Erde, der Topf und die befallenen Pflanzenteile unbedingt im Müll entsorgen. Auf keine Fall in den Kompost, da sonst eine weitere Verbreitung des Pilzes die Folge wäre!
Dieser Pilz kann auch bei der Sämlingszucht leicht entstehen. Hier muß man unbedingt das befallene Substrat mit seinem Umfeld entfernt werden, damit sich die Pilzsporen nicht weiter ausbreiten und die ganze Aufzucht vernichten. Auch hier unbedingt im Abfall entsorgen, damit eine Ausbreitung unterbunden wird.!

Pythium- und Rhizoctoniapilze

Ursache:
Zu hohe Luftfeuchtigkeit und unvollständig verrottetes organisches Substrat. Bei Kakteensämmlingen kann eine komplette Aussaat durch diese(n) Pilz zerstört werden! Diese Pilzarten treten auf Grund der erforderlichen Luftfeuchtigkeit normalerweise meist nur bei der Anzucht auf.

Auswirkung:
weiße spinnwebenartige Myzel überwuchern die Erde. Kakteensämlinge welche befallen sind, werden glasig und dadurch vernichtet.

Verhindern oder Bekämpfen:
Vor der Aussaat Schalen, Abdeckung, Töpfe, Werkzeug penibel reinigen bzw. desinfizieren. Substrat dämpfen oder im Backofen oder Mikrowelle sterilisieren. Samen mit Trockenbeizmittel behandeln. Mit fungiziden Gießwasser angießen.

Brennfleckenkrankheit

Ursache:
Schadpilze der Gattung Gloeosporium

Auswirkung:
Kreisförmig, eingesunkene, bräunliche harte und borkige Flecken

Verhindern oder Bekämpfen:
Bei geringen Schaden können die Schadstellen mit einem desinfiziertem Messer ausgeschnitten werden und mit Holzkohle desinfiziert werden. Bei stärkerem Befall hilft nur die Behandlung mit Fungiziden. Dabei sollten die Pflanzen in deren Nachbarschaft sicherheitshalber mit behandelt werden.

Tierische Schädlinge

Wolläuse – Schmierläuse an Kakteen

Ursache:
Werden meist durch neue Pflanzen eingeschleppt.

Auswirkung:
Wolläuse ernähren sich von den Pflanzensäften wodurch diese geschädigt werden. Wolläuse sind meist leicht durch die weißen Wachsausscheidungen der weiblichen Tiere an einer Pflanze erkennbar. Meist findet man sie bei Kakteen im Scheitelbereich. Wolläuse sollten aber nicht mit der Wolle in der Scheitelzone bei manchen Kakteen verwechselt werden.

Verhindern oder Bekämpfen:
Hat man einen Befall noch früh bemerkt können die Wolläuse mit Spiritus betupft werden. Der Alkohol löst die Wachsschicht auf und tötet die Tiere. Dies macht man so lange bis keine Tiere mehr auftreten. Damit keine Übertragung auf andere Pflanzen vorkommt, sollte in dieser Zeit der befallene Kaktus von den anderen getrennt werden.
Bei stärkerem Befall ist der Einsatz chemischer Mittel notwendig (Insektizid). Damit diese Behandlung erfolgreich ist sollte sie mit einer Ölemulsion kombiniert werden, da sonst das Insektizid einfach am wachsartigen Schutz abperlen würde.
Bei einer großen Sammlung im Gewächshaus kann auch der eine biologische Bekämpfung von speziellen Marienkäfern sinnvoll sein. Dies lohnt sich aber nur bei starker Ausbreitung und im geschloßenen Gewächshaus.

Schildläuse

Ursache:
Können durch neue Pflanzen eingeschleppt werden. Ein Befall ist auch durch einen Standort im Freien möglich.

Auswirkung:
Durch ansaugen der Pflanzen werden diese geschwächt. Meist bemerkt man Schildläuse durch die zuckerigen und klebrigen Ausscheidungen an und unter der Pflanze.

Verhindern oder Bekämpfen:
Hat man einen Befall noch früh bemerkt können die Schildläuse mit Spiritus betupft werden. Der Alkohol löst die Chitinschicht auf und tötet die Tiere. Danach wird die Stelle mit Wasser nachgespült. Dies macht man so lange bis keine Tiere mehr auftreten. Damit keine Übertragung auf andere Pflanzen vorkommt, sollte in dieser Zeit der befallene Kaktus von den anderen getrennt werden.
Bei stärkerem Befall ist der Einsatz chemischer Mittel notwendig (Insektizid). Damit diese Behandlung erfolgreich ist sollte sie mit einer Ölemulsion kombiniert werden, da sonst das Insektizid einfach am Chitinpanzer abperlen würde.

Wurzelläuse

Ursache:
Befall beim Kauf von neuen Pflanzen oder Übertragungn von neuen Pflanzen.

Auswirkung:
Wurzelläuse saugen an den feinen Haarwurzeln, welche für die Nährstoffaufnahme sorgen. Wachstumsstockungen, Auswirkungen wie bei Wasser- und Nährstoffmangel, weiße Wollpusteln an den Wurzeln.

Verhindern oder Bekämpfen:
Gießen mit angesetztem Insektizid. Dies bringt allerdings nicht immer den erwünschten Erfolg, da das Gießwasser wegen einer wachsartigen Schutzschicht der Insekten meist abperlt. Besser ist es den Wurzelballen vorher anzufeuchten und der Insektizidlösung ein paar Tropfen Geschirrspülmittel (= Netzmittel!) dazugeben. So wird die Benetzung der Wurzelläuse beim gießen stark erhöht!
Bei einem starken Befall hilft nur austopfen, die Erde auflockern und die mit Schädlingen befallene Erde entfernen und entsorgen. Danach werden die Wurzeln in der Insektizidlösung mit ein paar Tropfen Spülmitteln gebadet. Den Erfolg sieht man erst nach ein paar Tagen. Evtl. muß die Prozedur wiederholt werden.
In beiden Fällen werden immer nur die vorhandenen Schadinsekten vernichtet. Evtl. vorhandene Larven überleben und können nach ihrem Schlupf den selben Schaden anrichten. Deswegen sollte die Behandlung nach etwa 3 Wochen noch einmal wiederholt werden. Nach jeder Behandlung stellt man die Kakteen bei Zimmertemperatur aufrecht. Nach dem abtrocknen können sie wieder eingetopft werden. Mit dem gießen wartet man noch etwa 2 Wochen, bis alle Wunden verheilt sind und sich die ersten neuen Saugwurzeln gebildet haben.

Spinnmilben – Rote Spinne

Ursache:
Befallene neue Pflanzen oder von Übertragung durch Wind von anderen Pflanzen beim Freilandaufenthalt. Wirtspflanzen von Spinnmilben sind z.b. Pappeln, Linden, Gurken und Bohnen.

Auswirkung:
Schwächung der Pflanze, im schlimmsten Fall tritt der Tod ein.

Spinnmilbenbefall
Spinnmilbenbefall

Verhindern oder Bekämpfen:
Da Spinnmilben mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, stellt man einen Befall meist erst zu spät fest. An Hand von helleren bis bräunlichen Stellen an jungen Triebspitzen ist ein Befallsverdacht naheliegend. Völlige Erkenntnis bringt eine Lupe, mit der man die kleinen spinnenartigen roten Tierchen erkennen kann. Meist ist auch im Bereich der Spinnmilben ein Gespinst feststellbar. Wenn man Spinnmilben bemerkt sollte in jedem Fall die befallene Pflanze von den anderen getrennt und behandelt werden. So kann man einer weiteren Ausbreitung vorbeugen. Im Gewächshaus kann man die Spinnmilben mit einem Schwefeltopf ausräuchern. In Zimmerkultur und im Freien muß man bei Befall zu chemischen Mitteln in Form von Spritzmitteln greifen.

Manche Kakteenarten wie Lobivia, Rebutia, Mediolobivia, Echinopsis und Chamaecereus sind besonders anfällig gegen Spinnmilben. Aber bei einer sehr gut abgehärteten Pflanzenhaltung ist auch hier ein Spinnmilbenbefall sehr gering. Ich sprühe meine Kakteen vor dem herbstlichen umräumen ins Winterquartier noch einmal sorgfältig mit Spruzit (oder vergleichbaren Mittel) ein. Mit kühlem trockenem Winterstand und Sonne und Freiluft im Sommer habe ich so seit 15 Jahren keinen Befall. Bei einer gesunden Pflege kann auch ein Kaktus genügend Abwehrstoffe in diesem Fall eine feste Außenhaut bilden.

Vorbeugend ist das Besprühen und Gießen mit Schachtelhalm-Extrakt welcher dem Gießwasser zugesetzt wird. Schachtelhalmsud hat Inhaltsstoffe, welche die Zellwände von Pflanzen stärken. Die Spinnmilben können ein Pflanzenteil nicht mehr so leicht befallen.

Wurzelälchen oder Nematoden

Ursache:
Durch Einschleppen und Übertragung neuer Pflanzen oder möglicherweise bereits in humushaltiver Erde!

Auswirkung:
Durch die Fraßstellen bilden sich auch sehr leicht Brutstätten für Schadpilze. Wachstum und Blütenbildung kommen ins stocken im schlimmsten Fall folgt der Tod der befallenen Pflanze.

Verhindern oder Bekämpfen:
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, muß eine befallene Pflanze umgehend von den anderen getrennt werden. Ist eine Pflanze befallen, können die Wurzelschädlinge meist nur mit hochgiftigen chemischen Mitteln erfolgreich bekämpft werden. Deswegen ist auch hier vorbeugen besser als nachträgliches bekämpfen. Also jede Neuerwerbung erst einmal umtopfen und dabei den Wurzelbereich genau untersuchen!
Hat man einen Befall festgestellt hilft ohne chemische Keule meist nur noch folgende Methode. Der befallene Kaktus wird mit einem mit Alkohol desinfizierten Messer knapp über der Wurzel abgeschnitten. Der Wurzelballen wird mit dem gesamten Topf im Hausmüll entsorgt. Auf keinen Fall in den Kompost, da so eine Ausbreitung der Schadinsekten die Folge ist. Die Schnittstelle am Kaktus wird mit Holzkohle behandelt (= Desinfektion!). Nun wird er an einem warmen aber nicht sonnigen Ort für 1-3 Monate aufrecht hingestellt, bis sich neue Wurzeln gebildet haben. Sind die ersten neuen Wurzeln ersichtlich kann er in trockenes Substrat getopft werden. Nach etwa 1-2 Wochen kann er das erste mal gegoßen werden. Kaktus gerettet. Schädlinge beseitig.

Schnecken

Ursache:
bei Freilandaufenthalt oder eindringen im Gewächshaus oder Frühbeetkasten.

Auswirkung:
Fraßstellen besonders an noch jungen Pflanzenteilen oder weichfleischigen Sukkulenten.

Verhindern oder Bekämpfen:
Durch absammeln, unter Steinen. Bierfallen haben sich bei mir am besten bewährt. Ein paar Becher um die Kakteen mit etwas Bier in die Erde stellen. Der Becher muß mit dem Erdreich auf einer Ebene sein. Die Schnecken werden durch den Duft angezogen und fallen ins Bier und ertrinken darin. Sieht zwar nicht gerade schön aus, aber nach ein paar Tagen bis Wochen ist man den Großteil der Schnecken los.

Asseln

Ursache:
normalerweise ernähren sich Asseln von zerfallenen organischen Stoffen. Aber auch Kakteen und Sukkulenten knabbern sie gerne mal an!

Auswirkung:
Fraßstellen an Pflanzen, ähnlich wie bei Schnecken, nur ohne Schleimspur. Unbehandelte Wunden an Kakteen können Schwachstellen sein. Sie bieten Angriffsflächen für Schadpilze und Viruserkrankungen. Wenn solch eine Stelle entdeckt wird sollte diese mit Holzkohle zur Desinfektion der Schadstelle behandelt werden!

Verhindern oder Bekämpfen:
Asseln lassen sich durch ausgehöhlte Kartoffelschalen anlocken. Da Asseln am Tag nicht aktiv sind, können diese tagsüber unter den Kartoffelschalen entdeckt und entfernt oder vernichtet werden.

Trauermückenlarven und Springschwänze

Ursache:
Humoses Substrat und andauernde Feuchtigkeit bei Temperaturen über 20 Grad

Auswirkung:
Die Mücken werden nur durch ihr Schwarmartiges auftreten lästig. Allerdings ernähren sich die Larven der Trauermücke von Wurzeln und können so einen Kaktus schädigen. Bei Sämlingen ist sogar der komplette Verlust möglich!

Verhindern oder Bekämpfen:
Eine Trockenphase unterbindet die weitere Entwicklung einer neuen Mückengeneration. Wenn dies nicht hilft ist der Einsatz von Insektiziden notwendig. Die Behandlung sollte im Abstand von etwa einer Woche mehrmals wiederholt werden.
Da man die meisten Kakteen meist nicht so feucht hält, wird man mit dieser Problematik wenn überhaupt nur bei epiphytischen Kakteen wie den Weihnachsts- und Osterkakteen konfrontiert werden.

2 Comments

  1. Ackermann 18. September 2020
  2. Bernd 20. September 2020

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